Bepflanzung

Grundsätzliches zur Bepflanzung Ihres Gartens

Wenn Sie alle funktionalen und praktischen Aspekte berücksichtigt haben, sollten Sie eine geglückte Pflanzenwahl vornehmen. Die Pflanzen sind und bleiben die eigentlichen Stars auf der Gartenbühne Und haben zu den verschiedenen Jahreszeiten ihren großen Auftritt. Pflanzen bedeuten nachweislich ein Leben spendendes Element. Wir Menschen können ohne Pflanzen nicht leben, die Pflanzen sehr wohl ohne uns Menschen.

 

 

Rosen: Ihre Majestät, die Königin

L’important, c´est la rose – auf die Rose, die Liebe, die Schönheit kommt es an. Die Königin unter den Gartenpflanzen hat den Ruf, wahrlich üppige Ansprüche an Hobbygärtnerinnen und Profis zu stellen. Dabei sind Rosen – vorausgesetzt , Sie wählen die richtigen Sorten und be- folgen einige überraschend einfache Grundsätze – keineswegs kaprizöse Diven. Rosensträucher in allen Formen und Farben gehören zu meinen absoluten Lieblingen im Garten, und wahrscheinlich wird es Ihnen ähnlich gehen, wenn Sie die ersten Erfolge in Form von blühenden, herrlich duftenden Blüten in Ihrem Garten begrüßen dürfen.

 

 

Prachtstauden: Nur ein Lächeln der Natur

Der Garten als Kulturraum ist keine und kann keine Kopie der Natur sein. Wer jedoch seinen Garten naturnah und erlebnisreich gestalten will, sollte sich die Natur zum Vorbild nehmen, wo Gehölze, Stauden und einjährige Pflanzen eine Gemeinschaft bilden. Mit zunehmenden Verständnis und größer werdender Liebe zur Natur steigt der Wunsch nach einem Garten mit einer faszinierenden Pflanzenvielfalt. Blumen und Blümchen,Blätter, Kräuter, Farben und Düfte begleiten uns auf dem Weg durchs Gartenjahr. Oft sind wir uns der täglichen Begegnung mit Stauden gar nicht oder kaum bewusst, und doch freuen wir uns jedes Frühjahr auf die ersten Narzissen, Gänseblümchen, Veilchen usw. Blumen bedeuten für mich Vorfreude, die duftet, aber auch Erinnerungen, die die Seele berühren.

 

 

Wasserpflanzen

Wasser ist der wahrscheinlich wichtigste Rohstoff der Natur. Wasser Spendet Leben und reinigt Körper und Seele. Gestaltungselemente mit Wasser – egal, wie groß oder klein sie sind, dienen auch als attraktiver Blickfang in Ihrem Garten, können aber auch viel mehr sein. Sanftes Plätschern, buntes Treiben von unterschiedlichsten Lebewesen und einfach der Blick auf die Wasseroberfläche verleihen innere Ruhe. Damit das „Projekt Gartenteich“ all diese Wirkungen entfalten kann, bedarf es besonders sorgfältiger Planungen, denn Eingriffe dieser Art sind aufwendig und nicht ganz leicht rückgängig zu machen. Welche grundsätzlichen Überlegungen Sie einbeziehen sollten, erfahren Sie in diesem Kapitel nur in sehr knapper Form. Ich kann Ihnen nämlich nur empfehlen, sich auf jeden Fall an eine Expertin oder einen Experten Ihres Vertrauens zu wenden, wenn Sie Wasserspiele in Ihrem Garten integrieren möchten.

 

 

Kräutergarten:Sommerfrische die schmeckt

Jahrhundertelang war es für unsere Vorfahren üblich, Kräuter für die Küche und zur Heilung von Krankheiten in der freien Natur zu sammeln oder im eigenen Garten anzusetzen. Dieser Brauch kann und sollte meiner Meinung nach ohne großen Aufwand wieder belebt werden. Die meisten Kräuter sind ausgesprochen genügsame Pflanzengesellen und nehmen auch nicht viel Platz weg. In keinem Verhältnis zu diesem geringen Aufwand steht der überwältigende Gewinn, wenn Sie Ihre Speisen mit frischen Gewürzen aus dem eigenen Garten verfeinern oder jederzeit völlig naturbelassene Hausmittel zur Verfügung haben. Also, Platz für ein Kräuterbeet oder eine Kräuterspirale findet sich in jedem Garten. Aber auch auf jedem Balkon und sogar Fensterbankerl lassen sich Kräuter im Topf im Interesse des Geschmacks und Ihrer Gesundheit ziehen. Probieren Sie’s einfach aus!

 

 

Ziergräser

Sanft und majestätisch wiegen sich die Ähren im Wind. Blumen werden beschützt und durch Ihre Nachbarn erst zur Geltung gebracht. Viele Gartenbesitzer verstehen unter dem Pflanzen von Gräsern lediglich die Ursache für das lästige Rasenmähen. Das ist schade, denn es gibt so viel mehr als den typischen „englischen Rasen“. Ziergräser sind pflegeleicht, bieten Ihnen unzählige Möglichkeiten, Kontraste zu setzen oder auch Harmonie zu stiften, und sind auch im Winter eine Augenweide, wenn alle Blumen abgeblüht und alle Blätter abgefallen sind. Daher meine Überzeugung: Schluss mit der Vernachlässigung der Ziergräser in unseren Gärten!

 

Gehölze und Bäume

Während Prachtstauden, Sommerblumen, Knollen- und Zwiebel – blumen im Herbst gleichsam verschwinden, bilden Bäume und Sträucher das eigentliche Gerüst und damit den Rahmen eines Gartens. Es sind somit Gehölze, die den Garten entscheidend als Raum prägen und nach außen abgrenzen, Sicht-, Lärm- und Windschutz gewähr – leisten. Bäume und Sträucher sind jene lebendigen Elemente, die den Garten strukturieren und ihm somit sein Bild geben. Deshalb sollten Sie bei der Planung und Auswahl von Bäumen und Sträuchern sehr sorgfältig vorgehen, denn schließlich legen Sie Ihren Garten nicht nur für einen oder zwei Sommer an.

 

 

Kletterpflanzen: Wahre Kletterkünstler

Sie sind die Überlebenskünstler und Artisten unter den Gartenpflanzen. Sie lassen hässliche Mauern verschwinden, begrünen Unbegrünbares, schaffen lauschige Lauben und entfalten selbst unter den kargsten Lebensbedingungen farbenfrohe Blüten. In jedem Garten wird sich ein Fleckchen finden, das noch nicht optimal genutzt wird und noch einer planmäßigen Überwucherung durch eine der vielen attraktiven Kletter – Pflanzenarten harrt. Ich möchte Sie hiermit dazu anregen, nach solchen Plätzen zu suchen oder sie gar zu schaffen. Haben Sie etwa noch nie von einer Liebeslaube oder einem gut abgeschirmten Sitzplatz, umrankt von edlen Reben, geträumt? Dann wird es Zeit, damit anzufangen und den Plan gleich in die Tat um – zusetzen.

 

 

Heckenpflanzen: Der Traum vom Gartenraum

Für mich sind Hecken lebendige Architektur. Tatsächlich bieten Hecken Sicht-, Wind-, Staub- und Lärmschutz. Hecken strukturieren den Garten, erfüllen die Funktion von Mauern und Zäunen und sind in der Regel ökologisch wertvoll. Mit Hecken schaffen Sie Grenzen mit natürlichem Charme. Letzlich bedeuten für mich Gartengestaltung auch Raumkunst. Räume entstehen immer nur durch Ein- oder Ausgrenzen. In Räumen fühlen wir uns geborgen und sicher. Ich vermute, dass der Wunsch nach Geborgenheit mit Sicherheit darauf zurückzuführen ist, dass wir Menschen einst Höhlenbewohner waren. Wir leben längst nicht mehr in Höhlen, sondern in wunderschönen Häusern. Die neuen Grenzen, die wir setzen müssen, sollten hinter dieser Schönheit nicht zurück bleiben.

 

 

Balkon- und Kübelpflanzen

Wer über keinen Garten, wohl aber über eine Terrasse oder einen Balkon verfügt, muss auf eine attraktive, heitere Atmosphäre von lebendigen Grün sowie von prachtvollen Farben und Formen nicht verzichten. Pflanzen in Töpfen und Trögen erinnern an die herrschaftlichen Seen Oberitaliens, an Sonne, Strand, Meer und machen Exotische Blütenträume wahr. Tatsächlich hat die Kultur von Pflanzen in Töpfen eine lange Tradition. Angefangen bei den Exotensammlungen in den Gärten des alten Ägypten über die barocken Orangerien bis zur Balkon- und Terrassenkultur unserer Tage. Pflanzen im Topf gewinnen an Schönheit und an Faszination, auch und gerade bei uns im Ländle.

 

 

Der Nutzgarten

Stellen Sie sich folgendes vor: Sie spazieren durch Ihren hervorragend gedeihenden und perfekt geplanten Garten, erfreuen sich an der Blüten- pracht Ihrer Rosen und Stauden, atmen tief den Duft von unzähligen Blumen ein, kommen an Ihrem wunderschönen Gartenteich vorbei, streichen mit Ihrer Hand über die Köpfe Ihrer Ziergräser, lassen den Blick kurz über Ihre üppigen Balkonpflanzen streifen und gelangen schließlich zu Ihrem kleinen, aber feinen Nutzgarten. Dort steuern Sie auf den Tomatenstrauch zu, pflücken eine reife, knallrote Frucht und beißen herzhaft hinein – dieses Geschmackserlebnis lässt Sie alle wässrigen, schalen, unnatürlichen Tomaten, die Sie in Ihrem Leben verzehrt haben, vergessen. Und ähnlich geht es Ihnen mit jeder Gemüsesorte, die Sie in Ihrem eigenen Garten anpflanzen. Garantiert!

 

 

Der Nasch- oder Beerengarten

Ein Garten, in dem es nichts zu naschen gibt, entbehrt einer seiner reizvollsten Eigenschaften. Beerenobst bedeutet eine ständig fließende Vitaminquelle im Garten. Persönlich überzeugen mich Beerenfrüchte Durch Ihr exquisites Aroma, durch die verlockende Vielfalt, aber auch durch die Ästhetik der Früchte. Zum Naschgarten gehören Beerenobst wie Johannis-, Stachel-, Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Josta-, aber auch die Gartenheidelbeere und großfrüchtige Moosbeeren. In jedem Garten, auf jedem Balkon, jedes Jahr.